PROJEKT 70

AN TAGEN WIE DIESEN…

JÄNNER 2018

 

Ein zügiger Tempolauf am Montag, ein lockerer Lauf am Dienstag, am Mittwoch sechs Intervallläufe über tausend Meter in 3:40 oder viermal zweitausend in 4:00 Minuten pro Kilometer.

 

Am Donnerstag wieder locker auslaufen, Freitag ein Ruhetag, Samstag ein langer Lauf über 35 Kilometer und Sonntag wieder locker die Beine ausschütteln und fertig waren die hundert Laufkilometer pro Woche. So gestaltete ich im Grunde eine Trainingswoche in der Vorbereitungszeit für einen Marathonlauf. Natürlich achtete ich auch auf meine Ernährung, ansonsten hätte ich diese Umfänge wahrscheinlich nicht absolvieren können. Aber ich konnte essen so viel ich wollte und trotzdem hat sich mein Fettanteil automatisch kontinuierlich reduziert und ich hatte ein Körpergewicht von etwa siebzig Kilogramm. Und mit einer Leichtigkeit konnte ich damals die Marathonläufe in Salzburg und Linz absolvieren. Ich denke mein geringes Körpergewicht war auch eine der Voraussetzungen für meine persönlichen Bestzeiten.

„Damals hatte ich das Training wirklich extrem vernachlässigt.“

Und im Vorfeld meines letzten Marathons in Frankfurt merkte ich in den Sommermonaten eine leichte Zunahme von zwei bis drei Kilogramm. Damals hatte ich das Training wirklich extrem vernachlässigt. Im Herbst folgte dann eine Verletzungsserie, in der ich mein Training noch mehr reduzieren musste. Aber natürlich habe ich die gleichen Mengen weiter verzehrt. Hinzu kam auch noch, dass ich den Süßigkeiten auch nicht widerstehen konnte. In den intensiven Trainingswochen hatte ich ja so gut wie gar keinen Gusto auf süße Sachen.

Meine Trainingseinheiten habe ich nun in den vergangen Monaten mehr und mehr von der Laufstrecke auf das Rennrad verlegt. Und es ist auch überflüssig zu erwähnen, dass dadurch wesentlich weniger Kalorien verbraucht werden, als bei einem schnellen Tempolauf oder einer Intervalleinheit. Und so schwindelte sich Monat für Monat immer wieder mal das eine und andere Kilogramm auf meine Hüften. Irgendwie habe ich es auch stillschweigend zur Kenntnis genommen, weil ich dachte mir dann immer: „Ab morgen werde ich wieder konsequenter und disziplinierter trainieren“. Nur dieser Morgen kam irgendwie nie – und nun steht schon die Zahl Acht an der ersten Stelle.

Aber jetzt sind es noch genau fünf Monate bis zu meinem nächsten Bewerb. Deshalb habe ich heute, an diesem kalten Jännertag, den Entschluss gefasst, dass ich so schnell als möglich mein altes Gewicht wieder erreichen möchte – und es auch werde! Und damit mein Ziel nicht so abstrakt bleibt wie in den letzten Monaten, sondern damit es etwas „greifbarer“ wird, habe ich ihm folgenden Namen gegeben: Projekt 70.