SANDSTRAND, ERHOLUNG, FREIZEIT

AN TAGEN WIE DIESEN…

AUGUST 2017

 

Urlaub! Schon allein der Gedanke daran erinnert uns an Sandstrand, Erholung, Freizeit, lange schlafen, an alles was wir gerne machen und auch mal richtig Zeit dafür haben. Oder wie in meinem Fall nicht immer den Trainingslauf irgendwo hineinquetschen müssen, noch schnell vor dem Abendessen, gleich nach dem Einkaufen oder nachdem der Rasen gemäht wurde und alles wieder an Ort und Stelle weggeräumt werden musste – oder sollte.

Deshalb habe ich heute mal wirklich lange geschlafen, der Rasen wird erst morgen gemäht und so habe ich jetzt mal richtig Zeit für einen lockeren Lauf. Ich habe noch keinen Plan. Weder, wie weit ich laufen werde, noch, wie lange es dauern wird. Wie im Urlaub eben.

„Laufen ist ja eine der einfachsten Sportarten, sagt man. Auf mich trifft das nicht mehr zu.“

Ich laufe gemächlich los, wie immer in den letzten Wochen. Ganz gemütlich in einer Sechser-Pace.  Laufen ist ja eine der einfachsten Sportarten. Auf mich trifft das nicht mehr zu. Zumindest nicht in den vergangenen Monaten. Ziele wurden formuliert – und wieder abgeschrieben. Eine bittere Pille musste ich grade wieder schlucken. Die Absage für die Tour de Tirol im Oktober. 75 Kilometer und 3500 Höhenmeter auf drei Tage verteilt. Die Vorfreude im war immens. Die Anmeldung bereits Ende Jänner. Da meinte der Physio noch, spätestens im Mai kann ich wieder voll trainieren. Es hätte mein Saisonhöhepunkt werden sollen. Ein Etappenrennen war immer mein Traum gewesen. Am Freitag 10 Kilometer, am Samstag der Kaiser-Marathon und als Abschluss am Sonntag noch ein 23-Kilometer-Traillauf. An den Transalpine trau ich mir ja gar nicht dran zu denken. Das wäre das Highlight des Highlights. Irgendwann mal vielleicht. Was für andere ein Ferrari, ein Riesenschrank voller Schuhe oder ein Monat auf den Malediven, wäre für mich die erfolgreiche Teilnahme an diesem Sieben-Tage-Rennen.

Aber richtig trainieren kann ich immer noch nicht. Nach einem kurzen Zwischenhoch im Juli habe ich schnell gemerkt, dass bei den Tempoeinheiten mein Bewegungsapparat immer wieder ins Stocken gerät. Erst begann es sehr vielversprechend. Ich habe auch langsam mit dem Trainingsaufbau begonnen, aber eine Tempoarbeit ist – noch – nicht möglich. Somit ist auch meine Teilnahme an dem Marathon in Italien in ernster Gefahr. Es sollte so etwas wie das I-Tüpfelchen in diesem Laufjahr werden. Auch in Verbindung mit einem schönen, angenehmen Urlaub mit der Familie in der Wiege der Renaissance.

Auch hier habe ich mich schon vor mehr als zwölf Monaten angemeldet. Ursprünglich für 2016, aber ich konnte die Teilnahme wegen meiner Knieprobleme ohne Angabe von Gründen für einen kleinen Aufpreis um ein Jahr verschieben. Umsonst verschoben, wenn es sich so weiterentwickelt.

Aber jetzt ist erst mal Urlaub. Ich laufe so langsam und so lange, wie ich will. Und heute will ich wieder lange laufen. Danach kann ich mich ja richtig erholen. Sandstrand gibt’s zwar keinen, aber dafür kann ich morgen richtig lange schlafen.