SALZBURG

GÄNSEHAUTFEELING

04.05.2014

 

In Salzburg findet seit dem Frühjahr 2004 jährlich ein Marathon statt. Die 21,097 km lange Runde durch die Salzburger Altstadt, welche zweimal zu durchlaufen war, zählt zu den schönsten Stadtkursen Österreichs. Grund genug, damit ich mich für eine Teilnahme beim 10-jährigen Jubiläum entschied. Die Erwartung an die neue zu erwartende Marathonzeit sind nochmals gestiegen und wurde mit 03:15:00 fixiert, das Training auf 03:10:00 ausgerichtet, um genügend Spielraum zu haben. Die Ernährung wurde etwas verändert, diverse Literatur wurde verschlungen und in der Vorbereitungsphase bemerkte ich natürlich die Steigerung von dreißig Sekunden pro Kilometer, konnte sie aber ohne Verletzung absolvieren.

Am frühen Morgen des Salzburg Marathon war die Wetterlage noch ungewiss, es war relativ kühl und unbeständig, es konnte jederzeit zu regnen beginnen. Die Startzeit war mit 09:00 Uhr festgelegt, vorher gab ich noch meine Eigenverpflegung bei der Startnummernausgabe in Verwahrung.  Einem erfolgreichen Marathon sollte somit nichts mehr im Wege stehen.  Insgesamt war das Teilnehmerfeld hier etwas kleiner und überschaubarer und in einer sehr lockeren Atmosphäre. Ich war topmotiviert, gut vorbereitet und voller Vorfreude. Ich spürte förmlich das Adrenalin knistern. Viele Marathoni prüften noch ihr Schuhwerk, starteten ihre Puls-Uhr und wünschten sich Glück. Auch ich teilte meine Glückwünsche mit meinen beiden Lauffreunden Alex und Weix.

„Die Euphorie steigerte sich mit jedem Schritt, und die Laufsport-Uhr im Blick steigerte ich mein Tempo kontinuierlich.“

Nach der Begrüßung des Veranstalters folgte das Startsignal und ich folgte dem Läufer mit der Markierung 3:15. Aufgrund der vielen Pfützen von den Tagen zuvor begann es relativ unrhythmisch und hektisch, jeder versuchte den Lachen auszuweichen. So verging einige Zeit bis ich das richtige Tempo für mich fand, und deshalb entschloss ich mich vor meinem Pacemaker zu bleiben. Der Wettergott war jetzt wieder ein guter Laufkamerad, es herrschten nun hervorragende Laufbedingungen, kein Wind, keine Sonne, kein Regen. Vom Residenzplatz über die Kastanienallee nach Hellbrunn, durch den Eichetwald über Morzg nach Leopoldskron zum Weiher, bald waren die ersten zehn bis zwölf Kilometer absolviert. Alles lief programmgemäß laut vorbereiteter Strategie. Mühelos konnte ich mein Tempo durchziehen und bestritt die ersten 10,55 Kilometer, den Viertelmarathon in 47:25. Die Euphorie steigerte sich mit jedem Schritt, und die Laufsport-Uhr im Blick steigerte ich mein Tempo kontinuierlich. Ab diesem Zeitpunkt begann ich auch die anderen Marathoni zu überholen, und ich selbst sollte von keinem anderen mehr überholt werden.  Vorbei am Schloß Mirabell über die Staatsbrücke, auf der mein Bruder sich als mein persönlicher Pacemaker einordnete. Zurück in die Altstadt, wo ich den erste Runde in genau 1:33:42 beendete, weiter ging es in die zweite Runde. Mein Traumziel von 3:10:00 war immer noch in greifbarer Nähe.

„Wir flogen jetzt förmlich über die Straße.“

Der zweite Teil bekam für mich nun den Charakter eines Trainingslaufs, da ich mit meinem Bruder schon unzählige Trainingskilometer absolvierte. Wir „flogen“ jetzt förmlich über die Straße. Das war die Belohnung der vielen Trainingskilometer während der Vorbereitung.  Ich genoss die familiäre Stimmung an der Strecke, die schöne Umgebung, den lockeren Rahmen und versuchte trotzdem fokussiert und konzentriert den lockeren Schritt zu halten.  Die erste Hälfte der zweiten Runde absolvierten wir in 46:58 (21,1-31,65km). Die Moosstraße hinauf über Maxglan Richtung Neutorstraße, weiter wurde Läufer für Läufer der Reihe nach überholt. Die meisten Zuschauer applaudierten und feuerten uns lautstark an.

„Kilometer 41 und es folgte einer der großartigsten Momente meiner Laufkarriere.“

Gerhard lieferte wirklich einen großartigen Support. Er hielt konstant das Tempo und an den Labstellen reichte er mir meine zuvor deponierte Eigenverpflegung. Kilometer 37, Augustinergasse, ich lief immer noch nicht am Limit, denn ich wusste die letzte Steigung vor der Lehener Brücke würde mir noch mal einiges abverlangen. So war es auch, jetzt war ich am Limit. Kilometer 40, der Salzach entlang. Ich musste noch zehn Minuten investieren, dann war ich im Ziel. Kilometer 41 und es folgte einer der großartigsten Momente meiner Laufkarriere.

sbg_smallDie Zuschauer feuerten mich an und ich wusste ich konnte meine hohen Erwartungen noch überbieten: 03:08:10. Ich war im Ziel. Neuerliche Bestzeit! Platz 160 von 955 Marathon-Finishern bei den österreichischen Marathon-Staatsmeisterschaften 2014.

 

Teamwertung Marathonsbg team

2fast4u
Eine besondere Erfolgsgeschichte

Mit meinen beiden Lauffreunden Alexander Körner und Franz Weixelbaum bildeten wir das Team 2fast4u und meldeten uns bei der Teamwertung Marathon an. Hier erreichten wir den ausgezeichneten zweiten Rang, fünf Minuten hinter dem deutschen Team LDLV mit einer Gesamtzeit von 9:20:02. Einen großen Beitrag dazu leistete auch Franz, der den hervorragenden 35. Gesamtrang mit einer Zeit von 2:44:39 erzielte.

Die Einzelzeiten im Detail

Alexander Körner             3:27:13
Franz Weixelbaum           2:44:39
Robert Kalleitner              3:08:10