AN TAGEN WIE DIESEN… JÄNNER 2019

Wer ist der größte Fan von Mikaela Shiffrin? Das kann ich wirklich nicht beantworten. Aber meine Tochter ist jedenfalls auch ein riesiger Fan der Slalom-Spezialistin. Selten habe ich einen so emotionalen Jubelschrei erlebt, nachdem die Amerikanerin beim Slalom nach der letzten Zwischenzeit noch an zweiter Stelle lag und am Ende doch noch mit Bestzeit das Ziel erreichte. Und ich muss zugeben, diese Begeisterung färbt ein wenig auf mich ab. Ich finde, sie ist wirklich eine großartige Sportsfrau.

Wer ist der coolste Radrennfahrer? Im Moment begeistert sicher der Slowake Peter Sagan mit seiner extrovertierten und lässigen Art die Massen. Chris Froome fuhr einen Sieg nach dem anderen ein. Oder Tom Doumulin mit seiner offenen Herangehensweise, Nairo Quintana der Kletterspezialist, der Weltmeister Alejandro Valverde, der ehemalige Schispringer Primoz Roglic. Oder ist es ein Franzose? Romain Bardet, Julian Alaphilippe, Thibault Pinot. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

 

 

Ich finde der aktuell coolste Radsportler ist eindeutig Geraint Thomas. Der Sieger der 105. Tour de France. Er ist zwar ein unerwarteter Sieger dieser größten und berühmtesten Schleife. Aber das Potenzial als Rundfahrer schlummerte schon länger in ihm. „G“, so sein Rufname in Abkürzung seines Vornamens, galt als Mann im Wartestand.

Die Überlegenheit des Walisers stellte sich im Laufe der Tour aber als zu erdrückend heraus. Hinauf zum Col du Portet hatte er das teaminterne Duell endgültig für sich entschieden. Das Leistungsprinzip diktierte den Rollentausch bei Sky. Die Vertretung durfte gewinnen. Thomas in der Form seines Lebens, während Froome an den Folgen einer strapaziösen Italien-Rundfahrt knabberte.

Der Mann aus Cardiff gilt als einer der beliebtesten Profis der Szene, geschätzt für seine bescheidende Art und seinen trockenen Humor. In seinem Buch, „The World of Cycling According to G“. gibt er offen zu, dem Mönchsleben eines Radprofis in der Saisonpause abzuschwören. Er trinkt Bier, geht oft und gerne aus und isst, was er den Rest des Jahres nicht essen darf. „Ich brauche das“, sagt Thomas, „sonst würde ich das nicht durchhalten.“

Aber was haben die beiden Ausnahmesportler mit mir gemein. Wahrscheinlich gar nichts. Aber das Interesse an den beiden führte mich auch zu deren Trainingsmethoden. Und das hat mir wieder einmal verdeutlicht, wie wichtig auch das Core- und Stabilitätstraining ist. Unabhängig von welcher Sportart.

Und sie sind jetzt auch dafür verantwortlich, dass ich mich hier wieder auf meiner Gymnastikmatte quäle. Sie sind verantwortlich, dass ich mich jetzt wieder mit langweiligen Übungen herumschlage und sie sind wahrscheinlich verantwortlich, dass ich morgen wieder das gesamte Training in den Muskel spüre.

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