BURNT SUGAR IS SO BITTER

Elvis begleitet mich im Moment überall hin. Er begleitet mich in die Arbeit, er begleitet mich zum Einkaufen, und sogar ins Badezimmer. Und er begleitet mich auch beim Laufen, respektive Joggen.

Elvis hat ein neues Album und seit Tagen höre ich es bei jeder möglichen Gelegenheit. Und so habe ich es nun während eines lockeren Laufs im Ohr.

„Photographs Can Lie“ singt er. Es klingt wie ein Spiel mit Nostalgie und ist tieftraurig. „In a frame under glass they’ll always be together and so in love, but photographs can lie.“ lautet eine Textzeile.

 

 

Nicht traurig, aber sehr interessant ist auch das Buch über Framing, welches ich gerade lese. Es befasst sich mit den Bezugsrahmen eines Wortes, mit dem Stimmungen und Meinungen geschaffen werden. Dabei geht es um kognitive Deutungsrahmen, um Sprachmanipulation, um Worttemperatur mit welchen Fakten in die „gewünschte Form gebacken werden.“

Auch die Texte von Elvis sind irgendwie clever inszeniert und voll von Metaphern. „He was wired, dynamite. And she was rare as treasure. That’s not the kind of story you deny.“

„Burnt sugar is so bitter“ lautet ein anderer Titel. Über gebrannten Zucker wird da gesungen, über das Verschwinden, über Dinge die sich verändert haben. Der Text berührt mich. Die Melodie ist eingängig. Ein beschwingter Soulpop mit Streichern und Background-Chören. Ich passe mein Lauftempo dem Tempo des Liedes an. Mit dem Wind im Rücken gelingt es mir leicht ein lockeres Tempo zu laufen. Ein Blick auf die Uhr verrät mir meine aktuelle Geschwindigkeit: Sechs Minuten pro Kilometer. Aber ich habe keine Eile und bald kann ich umkehren und dann bläst der Wind wieder gegen mich.

Aber ich nehme mir mindestens siebenundvierzig Minuten Zeit für meine Jogging-Einheit. So lange dauert das grandiose neue Album „Look Now“ von Elvis Costello.

 

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