THE STYLE COUNCIL

 

Kriege wurden über weniger wichtige Probleme als die der Sockenart begonnen.

 

Und manche behaupten, dass es ein Sakrileg ist, eine schwarze Socke zu tragen. Schwarze Socken, naja, das kann man diskutieren. Und heutzutage möchte jeder individuell sein. Pinke Socken, gestreifte Socken, geringelte Socken, mehrfärbige Socken. Aber jeder trägt jetzt lange Socken. Doch wenn sie zu lang sind, sehen sie aber aus wie Kompressionsstrümpfe bei einem Triathleten.

 

 

Ich versuche wie ein Radfahrer auszusehen, nicht wie ein Profi Radfahrer, sondern nur wie ein Radfahrer.

Für die Außenstehenden, die kein Interesse am Radfahren haben, können wir Radfahrer ein komisch aussehender Haufen sein. Das Lycra, die leuchtenden Farben und die witzig aussehenden Helme machen uns zu einem perfekten Ziel für Anfälle über unseren Stil.

 

 

Aber als Radfahrer, ändert sich alles. Dieser lustig aussehende Helm wird zum gewünschten Gegenstand. Das Lycra – ob klassisch oder minimalistisch oder in leuchtenderen fluoreszierenden Farben – sagt etwas darüber aus, wer wir sind oder wen wir in der Welt des Radsports bewundern. Und vermehrt taucht unter den Radsport-Puristen der Begriff MAMIL auf. „Middle Aged Man In Lycra“. Ein Marketing-Begriff. Und ein Akronym für einen Mann mittleren Alters in der Midlife-Krise, der ein teures Rennrad für die Freizeit fährt, und dabei professionelle körpernahe Trikots und Shorts trägt. Das wurde als eine gesündere und bessere Alternative, als der Kauf eines teuren Sportwagens, beworben. Aber die enganliegende Kleidung, die Spitzensportlern Vorteile bei Luftwiderstand und Atmungsaktivität bringen sollen, ist nicht für jeden Hobbysportler gedacht. Und es gibt verschiedene Dokumentationen, die diese Radfahrkultur untersuchen.

 

 

Früher fuhr ich im alten Converse-T-Shirt und einer locker sitzenden Short auf dem Rad, aber seit ich den Radsport etwas intensiver betreibe, werden auch die feineren Details des Stils auf dem Fahrrad mit Anderen diskutiert. Länge und Farbe und Material. Alles wird besprochen: Angemessene Sockenhöhe, Oberkappen-Etikette oder ob man farbige Shorts tragen darf. Shorts mit gepolstertem Untergestell machen wohl Sinn. Aber meine Shorts sind immer schwarz. Shorts müssen einfach schwarz und nicht zu kurz. Ende der Diskussion. So einfach ist das.

 

 

Dann wären da noch die endlosen Lycra-Oberteile. Hautenge Trikots in grellen Farben mit Rennlogos. Aber meine Trikots sind unauffällig und dezent. Ich bevorzuge nur Trikots ohne Sponsorlogos, also kein Team-Kits. Ebenso ist es mit dem Baselayer. Es sieht einfach nicht gut aus, wenn ein Baselayer hervorschaut. Sie sollten also nie unter den Ärmeln Ihres Trikots herausragen. Das gleiche gilt für ärmellose Radtrikots. Triathleten tragen Singlets, Radrennfahrer würden nie auf die Idee kommen ärmellose Radtrikots überzustreifen.

 

 

Und die Radkappe. Es gibt viele unterschiedliche Mützen. Ich trage ein „Radkapperl“, weil ich es für die Sonne brauche. Und natürlich darf eine Radkappe nur auf dem Rennrad, direkt vor oder nach der Ausfahrt, oder bei einer Kaffeepause getragen werden. In Verbindung mit voller Montur und keinesfalls einfach so. Das machen nur die Hippster. Und eine Sonnenbrille. Die Stiele der Brille trage ich dabei immer über die Gurte des Helms. Niemals darunter.

Es gibt eine ganze Reihe ungeschriebener Regeln über niedrige Socken oder die richtige Farbe der Wasserflaschen, aber vor allem sollte das Radfahren Spaß machen. Und das ist schließlich das Wichtigste.

PS: Die Headline „The Style Council“ wählte ich, weil es einerseits eine meine Lieblingsbands ist, und andererseits, weil es zufällig auf den Inhalt gut passt.

 

 

 

 

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