DER ROOKIE UND DER PRO

 

„Einen Rookie nennt man eine Person, die neu ist in einer Organisation oder Aktivität und dabei noch nicht viel Erfahrung hat.“

 

 

Es wird wahrscheinlich ein Tanz auf der Rasierklinge. Einerseits möchte ich nicht als zu kraftlos, träge und energielos wirken, andererseits könnte mir bei zu übermütiger Fahrweise am Ende ganz schön die Kraft für die letzten Kilometer fehlen.

„Meine Ausdauerfähigkeit ist nach dem vorjährigen, sportlichen Sabbatjahr eine wesentlich andere Ausgangslage.“

Weix, mein heutiger Trainingspartner ist es gewohnt, den Kilometer beim Marathon in einer durchschnittlichen Zeit von drei Minuten fünfzig Sekunden zu bewältigen. Jahrelanges  Ausdauertraining und eine abgestimmte Wettkampfplanung sind seine Basis für die heutige Runde. Eine etwa zweieinhalbstündige Ausfahrt mit dem Rennrad nimmt er deshalb eher als Regenerationseinheit wahr. Meine Ausdauerfähigkeit ist nach dem vorjährigen, sportlichen Sabbatjahr eine wesentlich andere Ausgangslage.

Wir starten also gemeinsam unsere 80-Kilometer-Tour. Nach den ersten zwei bis drei Kilometern wartet bereits der erste Anstieg. Zu Beginn versuche ich noch das Hinterrad zu halten, aber eine kleine Lücke entsteht trotzdem „Bist du noch nicht ganz warm gefahren?“ lautet der passende Kommentar. Ich schnaufe kurz durch und wir rollen den Berg auf der anderen Seite wieder hinunter. Jetzt bin ich aber wirklich gut aufgewärmt.

Aufgrund der morgendlichen Stunde am Feiertag ist noch sehr wenig Autoverkehr und zügig durchqueren wir den Stadtrand, um danach auf einem gut ausgebauten Radweg die nächsten Kilometer zu bewältigen. Der Geschwindigkeitsmesser befindet sich nun großteils oberhalb der 30 km/h Marke und voller Euphorie trete ich in die Pedale.

„Die Sonne sticht bereits im Nacken und der Flüssigkeitsverlust ist dementsprechend groß.“

Ich befinde mich nun an einem gefährlichen Punkt. Irgendwie merke ich, etwas über meine Verhältnisse zu fahren, wenn es kurze Anstiege gibt, andererseits kann ich mich doch beim Hinunterfahren überraschend gut wieder erholen.

 

Die Sonne sticht bereits im Nacken und der Flüssigkeitsverlust ist dementsprechend groß. Nach einer etwas längeren Steigung biegen wir nun in ein Waldstück. Weix nimmt mir auch bei diesem Anstieg wieder einige Radlängen ab. Kurz dreht er den Kopf zurück. Prüfend, ob ich mich noch in Sichtweite befinde.

Oben angelangt erwartet uns nun ein wahres Naturparadies. Über die unberührte Fauna und Flora genießen wir den weiten Blick über die Landschaft. Und  durch die abwechslungsreiche Fahrt mit einigen kurzen Anstiegen und teilweise sehr kurvenreichen Streckenpassagen merke ich jetzt erst, dass kaum noch zwanzig Kilometer bis zum Ende der Tour fehlen.

Mit dem nahen Ziel vor Augen drücken wir nochmals auf die Tube und erhöhen das Tempo auf den letzten Kilometern, um die Durchschnittgeschwindigkeit zu verbessern.

Zwischenzeitlich musste ich zwar immer mal meine Grenzen ausloten, bei den Bergab-Passagen und im Windschatten konnte ich aber doch wieder meine Energie bündeln . Als Rookie habe ich zwar noch nicht all zu viele Trainingskilometer in den Beinen, trotzdem bin ich aber zuversichtlich, dass ich die Tour B beim Mondseer 5-Seen-Radmarathon ins Ziel bringen kann. Mehr will ich  – noch – nicht!

 

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