MEINE MEILENSTEINE ZUM RADFAHRER


„Wenn mir meine Beine wehtun, sage ich: „Shut up legs! 
Ihr tut, was ich euch sage!”

 

Dieses Zitat von Jens Voigt ist nun mein Leitsatz für die kommenden Wochen. Und tatsächlich habe ich nach den letzten eher trainingsfaulen Monaten nun offensichtlich den richtigen Tritt gefunden. Als Vorbereitung auf meinen ersten Radmarathon habe ich mir zusätzlich ein paar Meilensteine gesetzt. Ich hoffe nun diese eher früher als später zu erreichen. Damit möchte ich meine Fitness kontinuierlich steigern. Und als „Rennfahrer-Rookie“ habe ich auch meine Rituale vom den Laufwettkämpfen und wichtigen Trainingseinheiten übernommen. So macht mir das Radfahren Spaß! Hier sind meine wichtigsten Meilensteine:

 

Die Pedale sind jetzt meine Freunde

Ich kann mich noch gut an die erste Kreuzung erinnern. Es war so richtig fies. Ich habe geschimpft und geflucht – und das mache ich sonst nie. Ich wollte von einer Neben- zu einer Hauptstraße einbiegen, die gleich darauf über einen Anstieg führt. An dieser Kreuzung war an diesem Nachmittag gerade sehr viel Autoverkehr. Als ich mich dann doch bei einer Lücke in den Straßenverkehr einreihen konnte, schaffte ich es partout nicht in die Pedale einzuklicken. Immer wieder versuchte ich bei dem steilen Hügel in die Pedale zu kommen. Und nach einer nervigen, langen Minute gelang es mir doch irgendwie. – Aber jetzt möchte ich die Klickpedale nicht mehr missen. Sie sind die das Bindeglied und die Erweiterung meiner eigenen Stärke… und Schwäche. 😉

 

Freihändig fahren können

Freihändig fahren bedeutet Freiheit. Es ist vielleicht auch ein wenig eine Angeber-Fähigkeit. Aber jetzt ehrlich! Es bedeutet auch, dass man ohne Probleme während der Fahrt eine Weste an- oder ausziehen und einen Müsli-Riegel aufreißen kann. Ich beherrsche mein Rad mit meinem Gleichgewicht, ich kann es mit meinen Hüften steuern und die Augen auf die Straße richten, aber ich habe mein Pferd noch nicht vollständig unter Kontrolle. Wenn ich mit hoher Geschwindigkeit den Berg hinab rase und mich dabei in die Kurve lege, spüre ich noch kleine Unsicherheiten. Aber ich werde es noch lernen. Und dann bin ich eins mit meinem Fahrrad.

 

Freu dich, wenn sie dich Radfahrer nennen

Ich werde noch viele Kilometer abspulen und vielleicht habe ich auch mal richtige Radlerhaxn. Aber der Übergang vom „Fahrrad-Fahrer“ zum „Rennrad-Fahrer“ ist kein physischer, sondern ein mentaler. Es wird wahrscheinlich Monate oder Jahre dauern, bis ich diesen Punkt erreichen werde. Nach meiner ersten Ausfahrt hatte ich keine Absicht oder Ambition dafür, aber jetzt möchte ich mich irgendwann als Radfahrer identifizieren. Und ich werde mich freuen, wenn andere mich so bezeichnen.

 

Routinemäßige Fahrradwartung selbst erlernen

Es begann damit, das Fahrrad zu reinigen und die Kette zu ölen. Dabei wurde mir bewusst, dass ich noch ganz andere Fähigkeiten für die Wartung des Rennrads brauche. Was ist, wenn ich mal schnell einen platten Reifen reparieren soll?

Ich möchte auch lernen wie man die einzelnen Komponenten richtig tauscht. Für mich ist ein Zeichen der Eigenständigkeit und einer der ersten Schritte für die grundlegende Fahrradreparatur. Wenn ich mehr Kilometerumfänge mache, werden irgendwann mehr Probleme auftreten. Und wenn ich mein Fahrrad ordentlich warte, vermeide ich gleichzeitig die teure Fahrradreparatur.

 

Ein Urlaubstag – nur für eine Ausfahrt mit dem Rad

Die Sonne scheint, es ist windstill bei angenehmer Temperatur. Die Beine jucken und ich sitze im Büro. Mein erster Gedanke: Morgen nehme ich mir einen Urlaubstag. Und wenn ich bereit bin mir einen Urlaubstag zu nehmen, nur damit ich Fahrrad fahren kann, dann habe ich ein neues Level als Radfahrer erreicht.

„Dann ist es ein weiterer Meilenstein.“

Ein neues Level, das sich anfühlt, wie ein Flug, ja, wie ein Ausflug auf zwei Rädern. Das sich leicht anfühlt, wie richtiger Urlaub. Nicht nur als Form einer Bewegung. Wenn es sich anfühlt wie Zufriedenheit und Begeisterung. Dann ist es ein weiterer Meilenstein.

 

Rituale und Aberglauben sind in vielen Sportarten üblich, und obwohl es für manche vielleicht eigenartig klingt, hilft es vielen das Selbstvertrauen zu erlangen, das man braucht, um das Beste zu geben. Im Laufe der Zeit habe ich anhand meiner Bewerbe und Trainingsläufe zwei wesentliche Rituale entwickelt, die ich auch für meine Radausfahrten übernommen habe. Gerade an den Wochenenden ähneln einige, meiner Trainingseinheiten in punkto Distanz und Intensität manchmal einem Wettkampf. Und dazu helfen mir meine ganz persönlichen Rituale und Gewohnheiten… und ein Espresso doppio vor dem Start.

 

fin

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