PAM PAM IDA

 

Das Licht ist bereits gedimmt. Einige Besucher huschen noch schnell auf ihre Plätze, bevor es los geht. Der Lärmpegel verstummt allmählich.

 

Alle warten schon gespannt auf den Hannes, den Ringelstetter Hannes. Musiker, Kabarettist und Talkmaster. Er ist verantwortlich, dass ich jeden Freitagmorgen müde aus dem Bett krieche. Jeden Donnerstag lockt er mich vor den Fernseher und bringt mich um meinen notwendigen Schlaf. Und jetzt kommt er gleich live auf die Bühne.

Tosender Applaus. Der Ringelstetter kommt endlich und er spricht: „Ich freue mich, dass Sie mich auf meiner musikalischen Reise begleiten, aber vorher genießen Sie noch eine Newcomer-Band, die in Bayern längst kein Geheimtip mehr ist, und die wir jetzt auch in Österreich vorstellen möchten. Also Bühne frei für Pam Pam Ida!“

 

 

Vier junge Musiker aus Sandersdorf, einem 700-Seelen-Ort irgendwo zwischen Regensburg und Ingolstadt betreten nun die Bühne. Das kleine Orchester besteht aus einer Geige, einem Cello, einer Trommel und einer Gitarre.  Es ist die Minibesetzung als Support für den Hauptact. Die Kleidung irritiert und beeindruckt zugleich. Sie ist nicht alltäglich, eher altmodisch, wie auch der Name ihrer aktuellen Tour: Altmodisch.

„Ein wohltuender Gegenpol zu dem Mainstream, der uns täglich begegnet und überschwemmt.“

Nicht alltäglich aber auch nicht altmodisch ist auch ihre Musik. Die Mischung der Instrumente ergibt einen interessanten Sound. Er lässt sich nicht einordnen. Ein wohltuender Gegenpol zu dem Mainstream, der uns täglich begegnet und überschwemmt. Wenn man es schon einordnen möchte, dann am ehesten zwischen Bilderbuch und Paul McCartney oder Ringelstetter , ähm ich meine Ringsgwandl. (Den habe ich geklaut  😉 )

 

 

Die Texte berühren und gehen unter die Haut, sofern man es zulässt und genau hinhört. Sie wühlen uns auf und beruhigen uns dann wieder. Manchmal erst auch beim zweiten oder dritten mal hinhören. Die Musiker provozieren und flirten mit ihren Liedern. Es geht um Optimismus, ums Menschsein, ums Anderssein, und von Schultern die tanzen.

„Solche Texte lassen uns aufhorchen, sie geben den Liedern eine gewisse Authentizität, eine besondere Atmosphäre.“

Die Texte sind bayerisch. Zufällig bayerisch, wie sie sagen. „Weil man nicht beeinflussen kann, wo man geboren wird und welche Muttersprache man spricht, singen Pam Pam Ida in ihrem Dialekt.“ steht da. Solche Texte lassen uns aufhorchen, sie geben den Liedern eine gewisse Authentizität, eine besondere Atmosphäre. Es wirkt nicht so glattgebügelt und instruiert. Ich schätze Texte wie diese, wenn sie zum Nachdenken anregen und experimentierfreudig sind.

 

Ich befinde mich irgendwo zwischen Begeisterung und großem Staunen. Staunen darüber, dass ich heute völlig unerwartet dieser bayerischen Band begegne. Einer Band mit einem gewissen Esprit. In ihrer Heimat haben sie den Weg vom Geheimtipp zum Publikumsmagnet bereits hinter sich. Dort spielten sie bereits vor ausverkauften Hallen.

Auch hier ist der Saal voll und nach einer knappen halben Stunde ist es auch schon wieder vorbei und der Ringelstetter beginnt mit seiner musikalischen und humorvollen Reise von Paris, New York und Alteiselfing. So der Titel des aktuellen Programms. Eine Reise, begleitet von Anekdoten aus seiner Jugend und dem Beginn seiner Karriere. Es ist kurzweilig und interessant, aber doch lässt mich die Band mit dem eigenwilligen Namen nicht mehr los. Und in der Pause wechsle ich ein paar Worte mit den altmodischen Bayern aus Sandersdorf und kaufe mir von Ihnen optimistische Musik. Eine absolute Empfehlung!

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weiterführende Informationen unter:

http://www.pampamida.de

 

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