TEXTFUNKEN 2017

Normalerweise höre ich immer meine Lieblingsmusik, wenn ich frühmorgens mit dem Auto zur Arbeit fahre. Manchmal höre ich auch Radio. Entweder die Frequenz von FM4 oder Ö1. Selten ist es ein anderer Sender. Und ich kann mich noch gut an diesen schicksalhaften Sommertag im August erinnern. Um halb sechs Uhr morgens hatte es bereits um die zwanzig Grad. Es bahnte sich also wieder ein heißer Tag an. So wechselte ich den Radiosender und wählte Radio Burgenland um den lokalen Wetterbericht zu hören.

Ich ließ mich von den Liedern berieseln und achtete auch gar nicht weiter auf die verschiedenen Informationen dazwischen. Aber der Aufruf zum Literaturwettbewerb „Textfunken 2017“ machte mich doch etwas hellhörig. Ich dachte mir noch, dass es sicher nicht einfach wäre, in dieser kurzen Zeit bis Ende September eine wettbewerbsfähige Geschichte einzureichen. So beachtete ich das Thema gar nicht mehr, hatte ich ja in diesen Bereich noch keinerlei Erfahrung.

Aber Tage später beschäftigte mich der Aufruf doch wieder. Anfangs nur im Konjunktiv. Worüber könnte ich schreiben? Wie würde ich die Geschichte aufbauen? Wie würde sie enden? Ich hatte keinen blassen Schimmer und schob das Thema wieder weg. Aber es brodelte noch weiter. Es lies mich nicht mehr los. Die Ideen entwickelten sich und formten langsam eine ungefähre Handlung.

Was könnte ich verlieren, wenn ich auch eine Erzählung einsenden würde? Wieder der fragende Konjunktiv. Also fasste ich den Mut und Entschluss meinen ersten literarischen Text zu verfassen und sendete ihn ohne Erwartung an das ORF Landesstudio Burgenland. Einfach nur, damit ich mir nicht vorwerfen kann, es nicht probiert zu haben.

Die Wochen vergingen und monatelang erhielt ich keine Antwort. Ich hatte auch schon gar nicht mehr daran gedacht. Bis ich vor zwei Wochen eine Nachricht in meiner Inbox fand. Es hatte den Betreff: „Textfunken – Die Entscheidung“
Schnell öffnete ich die Mail und fand darin folgenden Text:

„Herzlichen Dank für die Teilnahme an unserem Literaturwettbewerb Textfunken. Ihr Beitrag kam in die engere Auswahl, hat es aber leider nicht auf die Shortlist geschafft.

Die Bekanntgabe des Preisträgers erfolgt im Rahmen unseres regelmäßig stattfindenden Funksalons im ORF-Landesstudio Burgenland am 22. November um 19:00 Uhr, zu dem wir Sie schon jetzt herzlich einladen dürfen.“

Ich musste den Text noch einmal lesen, damit ich realisierte, was hier stand. Damit hätte ich nie gerechnet, so schnell wie ich den Text an einem Wochenende in den Laptop klopfte. Aber ich habe es wirklich auf die Longlist geschafft! (An dieser Stelle die Faust ballen und Yeah sagen!)

Und so war ich gestern Abend im Funksalon bei der Preisverleihung live dabei. Die Atmosphäre war sehr entspannt und das ganze Studio ist mit alten Sofas und bequemen Wohnzimmerstühlen im Retro-Look ausgestattet. Gedämpftes Licht von Stehlampen aus den 1970er Jahren und weiche Teppiche gaben der Veranstaltung irgendwie einen zwanglosen „Club2-Charakter“.

Eingeleitet und untermalt wurde die Verleihung mit einer musikalischen Darbietung von drei Schülerinnen der Zentralmusikschule Jennersdorf. Anfangs stockte mir gar der Atem, mit welcher beeindruckenden Interpretation sie gewöhnliche Popsongs von Britney Spears oder Maroon5 auf einem Klavier und zwei verstärkten, akustischen Gitarren in ungewohnt ausdrucksstarker Weise spielten und sangen.

Ausdrucksstark, das gilt wohl auch für die Gewinnerin des „jungen Textfunkens“. Julia Lückl überzeugte mit dem Text „Farbenspiel“ der vom Verlust eines geliebten Menschen handelt.

Danach wurden in alphabetischer Reihenfolge die Finalisten vorgestellt und sie durften jeweils einen Auszug ihres Textes vortragen. Im Anschluss jedes Vortrags folgte ein kurzes Interview. So lernte man die Autoren, und deren Zugang zur Lyrik ein wenig kennen.

Am Ende der Veranstaltung wurde natürlich der Gewinner verlesen. Den Preis für den „Textfunken“- 2017 erhielt Herr Feri Kopp mit dem Text „Der Wasserhahn tropft“.

Im Internet gab es auch ein Publikumsvoting. Die Entscheidung der Leserinnen und Leser fiel dabei auf Andrea Holzinger aus Rohrbach bei Mattersburg und ihren Text „Untergetaucht“.

Zusammenfassend war es ein sehr interessanter und unterhaltsamer Abend, in dem ich einen kleinen Einblick in das burgenländische Kulturgeschehen bekam.

 

 

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