JUGEND & JUNIOREN KLETTER-WM 2017


Beeindruckend, mitreißend, attraktiv.


Das größte Kletter-Spektakel findet von 30. August bis 10. September im Kletterzentrum Innsbruck (KI) statt. Bei der Jugend & Junioren-Weltmeisterschaft werden in den Kategorien Lead, Bouldern und Speed um die Medaillen gekämpft beziehungsweise geklettert.

Die Anlage ist im Moment wahrscheinlich das einzige fixe Kletterzentrum weltweit, in dem man ein solche Veranstaltung austragen kann. Und sie wirft bereits die Schatten auf die Kletter-Weltmeisterschaft 2018 voraus. 1300 Athleten aus 65 Nationen messen sich im Rahmen der IFSC Climbing Youth Word Championchips in 24 Medaillenentscheidungen an den zwölf Veranstaltungstagen an den 96 Boulderproblemen.

Da ich generell die Kletterszene seit längerem immer sehr interessiert verfolge, nutze ich die Gelegenheit, mich bei der Qualifikation der Junioren die riesige Kulisse und Atmosphäre zu erleben.

Ich befinde mich in der Halle, in der die Mädchen beim Bouldern sich für das Finale zu qualifizieren versuchen. Gleich zu Beginn fällt mir die Begeisterung der Sportler und der Ehrgeiz der Trainer auf. Die Anfeuerungsrufe aus den verschiedensten Nationen, wie Australien, Kanada, Russland, Japan, Niederlande, Mexiko, Polen, Venezuela, Frankreich, Neuseeland, Kasachstan oder Belgien hört man in der Halle brüllen, kreischen und lärmen. Die Betreuer aus den USA machen aber auch hier noch den Unterschied. Oder liegt es daran, dass ich genau daneben stehe. „Come on on Audrey, come on Claire, come on Babydoll“ höre ich immer wieder von der aufgeregten Betreuerin. Es versuchen gerade zwei Mädchen aus der amerikanischen Mannschaft das Ziel am oberen Ende der Wand zu erreichen. Und gemeint ist damit auch Claire Buhrfeind. Sie sollte sich später noch mit der Japanerin Yoshiyuki Ogata die Goldmedaille im Bouldern holen.

 

„Aber, wenn eine Sportlerin ganz oben ankommt und den Boulder beendet, geht ein tosender Applaus durch die Halle.“

 

Insgesamt gibt es in der Halle zwei Blocks mit jeweils vier Routen: F-A1 bis F-A4 und F-B1 bis F-B4. Wieviele Boulder eine Teilnehmerin bewältigen muss, ist mir nicht ganz klar. Aber es sind immer fünf Minuten Zeit dafür, unabhängig wie viele Versuche man startet. Die Boulder sind sehr anspruchsvoll, aber für jeden gleich schwierig geschraubt, und natürlich haben alle Teilnehmerinnen bei den selben Stellen ihre Schwierigkeiten, Die wenigsten schaffen es auch an den mit „TOP“ gekennzeichneten oberen Ende. Nebenbei, auch Audrey und Claire schaffen es diesmal nicht. Aber, wenn eine Sportlerin ganz oben ankommt und den Boulder beendet, geht ein tosender Applaus durch die Halle.

Die Burschen klettern in der gleichen Zeit im Außengelände des Kletterzentrums. Auch hier kann man das selbe Schauspiel beobachten. Alle Sportler gehen hoch konzentriert an die vor ihnen stehende Aufgabe, und die jeweiligen Betreuer wirken teilweise nervös, teilweise sehr euphorisch oder auch sehr beruhigend. Es wirkt wirklich beeindruckend, mitreißend und spannend, wie sich die Kletter-Nachwuchselite den verschiedenen Schwierigkeiten stellt. In Gedanken vergleiche ich selber immer wieder, wie es mir hier wohl gehen würde. Welche Boulder ich schaffen könnte. Könnte ich überhaupt ein Aufgabe bewältigen. Im Herbst wäre wieder mal Zeit und auch die Gelegenheit, es in einer Kletterhalle zu probieren.

 

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