„MIT´N TEIFI DURCH´N BERG“


Ich kann mich noch erinnern, als wär´s gestern gewesen.


Ich saß in der Fensterreihe der zweiten Klasse in den alten Gemäuern der Volksschule in Mondsee. Damals, Ende der Siebziger Jahre, hatten wir noch ein Lehrfach mit dem Namen „Sachunterricht“. Es war eine Kombination aus Biologie, Geografie und Geschichte. Und unsere freundliche, aber strenge Lehrerin gestaltete dieses Fach immer sehr spannend und abwechslungsreich. Wir lernten dabei viele interessante Themen wie die Pfahlbauten der Kelten im Salzkammergut, die Namen der umliegenden Flüsse und Seen oder die Entstehung des Benediktinerklosters in Mondsee. Und sie begeisterte uns aber auch mit den geschichtsträchtigen Sagen von wie von Herzog Odilo, der Sage vom Irrsee und eben auch von der Drachenwand.

„Da packte sie der Teufel und flog mit ihr durch die Luft davon.“

Ihrer Geschichte nach, tanzte und lachte die Pfarrersköchin in einer Mühle nahe der Drachenwand. Und es war ausgerechnet an einem Freitag, damals noch ein strenger Fasttag, an dem sie am ausgelassensten von allen bis in die Morgenstunden feierte. Da packte sie der Teufel und flog mit ihr durch die Luft davon. Da sich die Pfarrersköchen aber lautstark beklagte und heftig wehrte, kam er vom Kurs ab als er über die Drachenwand fliegen wollte. Er krachte mitsamt der Pfarrersköchin durch die Wand und riß ein riesiges Loch, das Drachenloch. Und die Mühle unterhalb der Drachenwand, nennt man heute noch Teufelmühle. 

„Damals ahnte ich noch nicht, dass dieser Berg sozusagen mein Hausberg werden sollte.“

Und ich weiß noch genau, wie ich während dieser Erzählung vom Klassenzimmer aus auf das Drachenloch hinaufschauen konnte.

Damals ahnte ich noch nicht, dass dieser Berg sozusagen mein Hausberg werden sollte.  Und seither habe ich dort oben am Gipfelkreuz schon ungezählte Male den weiten Ausblick über die Seen- und Berglandschaft bewundert. Manchmal früh morgens, manchmal spät abends, manchmal in einer Gruppe und manchmal alleine, manchmal im Sommer und auch manchmal im Winter.

 

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