AN TAGEN WIE DIESEN… FEBRUAR 2017

Winterzeit ist Schifahrerzeit, und deshalb geht’s heute hinauf auf den Berg. Zum Schifahren und zum Laufen. Weil ein paar Kilometer gehen immer. Aber zuerst zum angenehmeren Teil: heute werden Bogerl gefahren, wenn auch sehr kleine. Es sind ja auch viele kleine Kinder da. Alle sind wie in Watte gepackt in ihren dicken Winteroveralls. Die Kälte kann ihnen heute nichts anhaben. Auch wenn sie mal länger auf Regina warten. Das ist die örtliche Schilehrerin, und sie erklärt den kleinen Nachwuchstalenten, wie man es richtig lernt. Quasi Schifahren lernen mit Spaß und ohne Tränen. So ähnlich steht es zumindest auf dem Werbeprospekt. Und beim Abbremsen heißt es nicht mehr Pflug-fahren, sondern Regina nennt es jetzt Pizza-Schnitte. Obwohl manche Kinder noch gar nicht wissen, was das eigentlich sein soll. Und in meiner Kindheit waren die Pizzas früher immer auf einem Blech, und das war ja viereckig. Aber am Ende können natürlich doch alle bremsen. „Und damit auch die Schi nicht überkreuzen,“ erklärt Regina weiter, „muß vorne immer ein Mäuschen durchschlüpfen können.“ Die kleinen Mikaelas und Marcels lachen darüber, und wissen genau was damit gemeint ist. Und etwas erschöpft schmatzen sie dann die versprochenen Gummibärlis.

„Obwohl die Sprints werden für Außenstehende wahrscheinlich im Zeitlupenmodus wahrgenommen.“

Für die Erwachsenen war es diesem Schitag bis jetzt noch nicht so anstrengend und darum nütze ich die Pause für ein paar Kilometer mit eingebauten Sprinteinheiten im Schnee. Obwohl die Sprints werden für Außenstehende wahrscheinlich im Zeitlupenmodus wahrgenommen. Aufgrund des weichen Untergrunds muss ich immer wieder Acht geben, dass ich nicht umknicke, ausrutsche oder sonst irgendwie hinfalle. Meine Schwachstelle am linken Knie fühlt sich manchmal immer noch etwas instabil an, obwohl ich mich jetzt schon sechs Monate damit herumplage. Aber überall wo Schatten ist, ist auch Licht. Und ich habe in der letzten Zeit eine Menge dazugelernt. Und das hilft mir sicher auch über den Ausdauersport hinaus. Ich habe mich viel mit Essensgewohnheiten und meiner täglichen Ernährung beschäftigt. Viele Dinge wusste ich ja vorher gar nicht oder ich habe es aufgrund der „geschönten“ Informationen der Lebensmittelindustrie einfach falsch angenommen. Gerade vor ein paar Tagen erzählte mir eine Kollegin, von der „gesunden Veggie-Pizza“, die sie beim Discounter so günstig einkaufte, und wie gut sie schmeckt. Und außerdem ist sie ja so schnell zubereitet. Früher hätte ich vielleicht ähnlich gedacht.

Aber ich musste dabei an einen Artikel über Scott Jurek – dem erfolgreichen Ultraläufer aus dem US-Bundesstaat Minnesota – denken. Darin wurde eine Anekdote aus seiner Studienzeit in der Physiotherapieausbildung geschildert: Ein kranker Mann betrachtete im Krankenhausbett das Tablett mit seinem Mittagessen. Es gab Hacksteak in brauner, glibberiger Sauce mit Kartoffelpüree aus dem Packerl und mit giftig grünen Dosenerbsen. Seine Miene sprach eine deutliche Sprache: er war völlig frustriert und extrem missmutig. Und diese Unzufriedenheit des alten Mannes, verriet Scott Jurek: Wir sind, was wir essen. Und dann änderte er seine Ernährung auf rein pflanzlicher Basis.

Und schon deshalb war mein Erfahrungsprozess in den vergangenen Monaten sehr lehrreich. Ich  bekam nun eine völlig andere Sichtweise auf meine Ziele und Herausforderungen. Aber, wie der Selfman im ORF schon sagte: „Das ist eine andere Geschichte.“ ,-)

 

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