ALLES AUF ANFANG

Acht Tage ist das neue Jahr nun schon wieder alt. Und wie bei den meisten begann es auch bei mir mit neuen Vorsätzen. Und deshalb habe ich mich auch im Dezember darauf eingestellt bzw. vorbereitet, dass ich in den ersten Wochen dieses Jahres wieder ganz langsam – aber regelmäßig – mit dem Lauftraining beginnen möchte. Mein Neujahrsvorsatz lautet gewissermaßen: kontinuierliches Lauftraining oder wie es mein Bruder formulierte: „Beim Laufen immer dranbleiben.“

„Und eigentlich wäre heute auch ein Ruhetag geplant, aber die weiße Winterlandschaft schreit ja geradezu nach Frischluft und Bewegung:“

Aber durch die lange Trainingspause wurde bei mir in Sachen Laufen wieder alles auf Anfang gestellt. Deshalb waren auch die ersten Einheiten relativ locker, aber doch sehr kurz. Der erste Trainingslauf war gerade mal acht Kilometer lang. Es war gewissermaßen ein Neustart im neuen Jahr. Und bei meinem langsamen Trainingsaufbau habe ich mir auch vorgenommen, gut auf die Regeneration zu achten.

Und eigentlich wäre heute auch ein Ruhetag geplant, aber die weiße Winterlandschaft schreit ja geradezu nach Frischluft und Bewegung. So entschließe ich mich kurzerhand die Gelegenheit auszunützen und lege noch einen langsamen Lauf drauf.

 

wp_kolomannsbausblick

 

Und ich bereue es nicht. Der Schnee knirscht unter meinen Füßen und je nach Steigung oder Gefälle pendle ich so zwischen einer Pace von 5:30 und 6:10. Ich versuche immer unter einem Puls von 130 zu bleiben. Und der eisige Untergrund sorgt zusätzlich dafür, dass ich vorsichtig und langsam meine Schritte auf dem Mittelfuß aufsetze.

 

wp_kolomannsb

 

Bald bin ich auch schon an der ersten Straßengabelung angelangt und aufgrund der Euphorie und der Begeisterung, die das Training mit sich bringt, beschließe ich noch ein paar Kilometer am Nordufer des Irrsee entlang zu laufen. Und gleichzeitig nehme ich mir vor, im Frühjahr wieder einmal auf den Kolomannsberg hinauf zu laufen.

„Ein Blick auf den Irrsee erinnert mich, dass ich bald wieder umkehren sollte, und nach sieben Kilometer laufe ich also wieder zurück.“

Eigentlich habe ich ja in den letzten Tagen während des Trainings nie auf das Tempo geachtet, sondern immer nur auf den Puls. Aber heute fühle ich mich großartig und extrem locker. Ich weiß nicht, ist es die Landschaft oder einfach im Unterbewusstsein die Erkenntnis, dass ich wieder täglich trainieren kann. Und irgendwie scheinen auch wirkliche die Pferde mit mir durchzugehen und ich bemerke bei einem Blick auf die Uhr, dass ich automatisch wieder ein Tempo von 4:30 laufen kann. Ich balle die Faust und mache einen kleinen Luftsprung. „Juhuuuiiiii!!!“

 

wp_irrsee

 

Ein Blick auf den Irrsee erinnert mich, daß ich bald wieder umkehren sollte, und nach sieben Kilometer laufe ich also wieder zurück. Somit werden es insgesamt vierzehn Kilometer, eigentlich wesentlich länger als geplant, aber ich kenne hier jeden Meter in- und auswendig und kann deshalb gut einschätzen, wie anstrengend es am Ende werden wird.

Natürlich habe ich nach meinem kurzen Tempoabschnitt den Laufschritt wieder gedrosselt. Mein Puls ist dadurch ja auch wieder in die Höhe geschnellt und ich möchte auf gar keinen Fall meine alten Fehler wiederholen und zu intensiv mit dem Training beginnen. Die nächsten beiden Monate stehen im Zeichen des Grundlagenausdauertrainings und der konstanten Umfangerhöhung.

Für diese Woche habe ich den Trainingsumfang – gewollt oder ungewollt – schon überschritten. Und am Ende bin ich auch froh, als ich schlussendlich müde, aber voll motiviert meinen Ausgangspunkt wieder erreiche.

Und morgen gibt’s dann ganz bestimmt einen Ruhetag. 😉

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.