AN TAGEN WIE DIESEN… DEZEMBER 2016

Ich ahne es schon Sekunden vorher, wie sich die Verkrampfung an meinen linken Fuß zusammenzieht. Vorsichtig setze ich die Füße am Asphalt auf, aber der Schmerz wandert vom Fußgewölbe über den Schienbeinmuskel direkt ins Knie. Und er stoppt dort nicht, vielmehr zieht er sich weiter hinauf über den Quadrizeps durch alle Fasern meines Körpers. Ich spüre das Kribbeln in meinen Muskeln, wie sie sich zusammenziehen und wieder aufmachen und wieder zusammenziehen und wieder aufmachen. Bei jeder Bewegung, bei jedem Schritt. Ich versuche mich zu entspannen, mich wieder zu entkrampfen.

Die Unsicherheit ist in den letzten Wochen ins Unermessliche gestiegen. Es war ein ständiges In-sich-hinein-horchen. „Wie geht es meinem Knie? Wann ist es wieder heil? Wann kann ich mein Lauftraining wieder aufnehmen?“ Diese und noch viele andere Fragen beschäftigten mich in der vergangenen Zeit. Die Zweifel wurden immer größer, die schwankende Ungewissheit immer stärker.

Obwohl, in den letzten Tagen kam so etwas wie eine Aufbruchsstimmung. Ich spürte es förmlich, dass es nun bald wieder bergauf gehen würde. Die Instabilität ist nun wieder etwas geringer und die Übungen scheinen an Wirkung zu gewinnen.

„Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich mein Körper beim Laufen etwas hölzern anfühlt.“

Nach zwei Monaten riskiere ich also die ersten Schritte und im Prinzip fühle ich mich relativ locker und entspannt. Wenn da nicht meine Problemzone Knie wäre. Sie begleitet mich ständig, ich spüre sie Tag und Nacht. Und die Ungewissheit läuft nun bei jedem Schritt mit. Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich mein Körper beim Laufen etwas hölzern anfühlt, wie Zement in den Muskeln.

Wie eingangs beschrieben, bin ich also extrem verspannt. Nach zehn Minuten kehre ich schließlich wieder um. Ich gehe ein paar Meter, die Verkrampfung löst sich jetzt langsam wieder. Die Enttäuschung steht mir ins Gesicht geschrieben. Es war ein Versuch. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Straße ist noch glitschig, der Wind pfeift mir um die Ohren und ich fühle mich etwas niedergeschlagen. Es liegt noch ein langer Rückweg vor mir. Nicht jetzt, nicht heute. Aber im nächsten Jahr.

 

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