PHYSIO, MASSAGEN & ANDERE REIZE

„Zuerst müssen wir das Knie freimachen.“ war die nüchterne Diagnose meines Physiotherapeuten. In knapp zehn Minuten habe ich ihm soeben meine Probleme, meine Unsicherheiten und Bedenken mitgeteilt. Jetzt liege ich mit dem Bauch auf einer Liege. Das Gesicht ist auf das Handtuch gepresst. Der Kopf ist im Handtuch mehr oder weniger eingegraben. Ich halte die Luft an. Vereinzelt kullern ein paar Schweißperlen über meine Stirn. Er hat gerade meine schmerzhafteste Stelle ertastet. Genau in der Mitte der Kniekehle. Während einer kurzen Pause wage ich es wieder leise auszuatmen. Es ist ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits dieser punktuelle Schmerz, andererseits die große Hoffnung auf eine Verbesserung meiner aktuellen Situation. Bereitwillig lasse ich die Behandlung über mich ergehen. „Ist alles klar?“ schnappe ich irgendwie weit weg die Frage meines Therapeuten auf. Ich höre mich dann gleich „Ja, alles in Ordnung.“ wispern. Ich meine aber etwas ganz anderes.

Im Hintergrund nehme ich leise Musik wahr. Es klingt etwa so ähnlich wie ein Meeresrauschen. Ich habe solche Musik schon in anderen Behandlungszimmern gehört. Natürlich soll es eine angenehme Atmosphäre schaffen. „Angenehm“ ist im Moment allerdings das falsche Attribut. Allerdings ist es in der aktuellen Phase ein riesiger Fortschritt und ein großer Lichtblick für meine weitere Genesung.

„Die Schmerzen sind vorerst weg, das Knie fühlt sich aber natürlich noch etwas instabil an.“

Vorsichtig drehe ich mich auf der Liege um. Nun wird die Vorderseite meines linken Knies behandelt. Zuerst beginnt er ganz unten bei den Zehen und die Massage verläuft weiter hinauf bis zur eigentlichen Problemstelle. So werden die Faszien therapiert. Nach einer weiteren etwa zehnminütigen Behandlung, stehe ich vorsichtig auf. Ich vergleiche die beiden Kniescheiben: die Schwellung ist verschwunden. Ich bin positiv überrascht. Ich gehe und beuge mein Knie. Die Schmerzen sind vorerst weg, das Knie fühlt sich aber natürlich noch etwas instabil an. Aber ich sehe wieder Licht am Endes des Tunnels. Ein kleiner Fortschritt, eine kleine Verbesserung ist damit erreicht. Lange habe ich darauf gewartet, bis ich bemerkte oder eigentlich,  – bis ich mir es eingestand – daß mein Knie therapiert werden muss.

Nach einigen zusätzlichen Tipps für spezielle Gymnastik-Übungen verabschiede ich mich mit neuer Motivation. Dreieinhalb Monate schleppe ich nun diese Verletzung mit mir mit, und irgendwann muss es ja wieder mal bergauf gehen. „Bergauf“ wäre ja das mein Motto und Anreiz für das Jahr 2017!!!

 

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