LANGER LAUF # 34

Jetzt ist sie da. Die letzte lange Einheit vor dem Marathon. Wie kann ich also das heutige Training gestalten? Die beiden vergangenen langen Läufe haben mich ja doch ziemlich verunsichert. Zur Erinnerung, vor zwei Wochen, musste ich den langen Lauf aufgrund massiver muskulärer Probleme abbrechen, und letzte Woche konnte ich den langen Kanten nur wegen der „vorsichtigen Endbeschleunigung“ zu Ende laufen. Kurz gesagt, eine gute Marathonvorbereitung sieht etwas anders aus. Ein Blick in mein Lauftagebuch sagt mir, dass ich in den letzten acht Wochen nicht mehr als etwa 450 Kilometer trainieren konnte. Dennoch möchte ich in der Stadt, in der ich jeden Stadtteil und fast jede Straße, jeden Winkel, ja auch beinahe jedes Lokal, kenne – und dessen Dialekt ich spreche – wieder einen Marathon laufen. War es schon vor zwei  Jahren eine „lässige“ Angelegenheit, so würde ich das gerne in einer Woche nochmals wiederholen.

„Wie bei allen Dingen des Lebens, fällt einem eine Sache manchmal locker und leicht, und an anderen Tagen erscheint es langsam und träge.“

In sämtlichen Laufzeitschriften, Ratgebern und Trainingsplänen wird ja beschrieben, eine Woche davor nicht mehr als 30 Kilometer zu laufen. Somit ist auch mal meine Distanz für heute vorgegeben.

Wie bei allen Dingen des Lebens, fällt einem eine Sache manchmal locker und leicht, und an anderen Tagen erscheint es langsam und träge. Heute ist wieder einer der Tage, an denen mir das Training ein wenig schwerer fällt. Irgendwie fühle ich mich nicht richtig ausgeruht und noch etwas müde.  Normalerweise ändert es sich nach spätestens fünf bis sieben Kilometer, aber heute kommt es mir vor, als würde es nicht besser werden.

„Ich habe zwar nicht mehr die Leichtigkeit früherer Tage, aber irgendwie komme ich jetzt leichter vorwärts, als noch vor einer Stunde.“

Auch kein Problem, ich versuche einfach noch ein paar Kilometer zu machen und deshalb wende ich nach etwa zwölf Kilometer um zum Ausgangspunkt zurück zu laufen.

Es ist angenehmes Laufwetter: nicht zu kühl und weitgehend windstill. Und mit Fortdauer des Trainings merke ich wie sich mein Tempo automatisch ein wenig erhöht. Ich habe zwar nicht mehr die Leichtigkeit früherer Tage, aber irgendwie komme ich jetzt leichter vorwärts, als noch vor einer Stunde. Und kurz vor der letzten Abbiegung entscheide ich mich für eine unbestimmte Verlängerung.

Es geht kurz ein paar hundert Meter den Berg hinauf und danach auf meiner „Intervall-Strecke“ einen Kilometer geradeaus. Ich fühle mich immer noch relativ locker, und so beschließe ich erst bei „meiner“ 5-KM-Marke wieder umzukehren.

Beim Zurücklaufen schleicht sich nun doch auch merklich die Müdigkeit ein, aber letztendlich erreiche ich den Ausgangspunkt nach gut 33 Kilometer. Ein paar Lockerungsübungen runden die Einheit schließlich ab.

Fazit: Ein langer Lauf war mir heute noch wichtig, auch wenn das Tempo relativ niedrig war. Die Zielzeit für den Salzburg-Marathon kann ich immer noch nicht richtig einordnen, ich werde mich auch auf mein Gefühl verlassen müssen. Als unterstes Limit setze ich mir allerdings eine 3:24:00. Diese Zeit erreichte ich im Jahr 2013 in Graz.

Es wäre dann meine viertbeste Marathonzeit. Immerhin.

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