MOMENTE FÜR DIE EWIGKEIT

 


Ich kann mich noch gut an meine erste Leichtathletik-Veranstaltung erinnern.

 

In der Schule übten wir einige Wochen lang den 60-Meter-Sprint. Knapp unter neun Sekunden. Ich war noch bei den Vordersten dabei, aber das war damals völlig unwichtig. Viel wichtiger war uns, daß wir nicht in der Klasse sitzen mussten und wir uns draußen in der Sonne bewegen konnten.

Die nächste Disziplin nach den Sprints, hieß „Schlagball werfen“. An die Weite kann ich mich nicht mehr erinnern, nur noch, daß es manchmal sehr gut gelang  und manchmal war der Wurf miserabel. Weiter ging es dann zum Weitsprung. „Nicht übertreten“ war hier das Motto. Auch das gelang mir manchmal ganz gut. Irgendwann kam noch Kugelstoßen dazu, und dann ging es zu den Bezirksmeisterschaften nach Vöcklabruck.

„Die Anspannung steigt nun ins Unermessliche.“

Bei den Bewerben war ich zum ersten Mal ein wenig angespannt. Ich konnte so etwas wie Adrenalin, Wettkampf-Stimmung und Turnierluft schnuppern. Trotz meiner enttäuschenden Leistungen war es eine bleibende Erinnerung. Damals war ich dreizehn Jahre alt.

Heute bin ich wieder angespannt. Ich bereite mich jetzt gemeinsam mit meiner Tochter beim Junior-Marathon in der Linzer Tips Arena auf ihren ersten Lauf vor. Bereits zehn Minuten vor der dem Startschuß werden alle Teilnehmerinnen beim Treffpunkt vor der Arena aufgerufen. Danach wird die Absperrung geöffnet und das gesamte Starterfeld wird nun von den Ordnern auf das Oval zur Startlinie begleitet. Die Anspannung steigt nun ins Unermeßliche.  Nur noch wenige Augenblicke trennen uns vom Premierenlauf. Vorsichtshalber befinden wir uns in den hinteren Positionen des gesamten Teilnehmerfeldes. Man kann immer noch der Reihe nach von hinten aufholen. Das war unser Plan.

„Und mit vereinten Kräften schaffen wir es noch mit letzter Reserve über die Zielmatte.“

Dann knallt pünktlich der Startschuß. Jetzt heißt es: “Volle Konzentration!“ Und mit einem Jubelschrei starten wir los. Der Start geht relativ locker. Wir haben ein gutes Tempo gefunden und im Nu ist das erste Viertel bald geschafft. Einige Positionen wurden bereits gut gemacht. Aber dann kurz vor Halbzeit, wird vorsichtshalber etwas das Tempo reduziert. Und weiter geht’s, jedoch machen sich nun erste Anzeichen der Ermüdung bemerkbar. Ich merke, es ist nicht mehr weit und bereits das Ziel vor Augen, klatschen wir uns nochmal ab. Und mit vereinten Kräften schaffen wir es noch mit letzter Reserve über die Zielmatte.

Die Anspannung ist wie weggeblasen. Die Freude überwiegt bei weitem. Man blickt nur in fröhliche Gesichter. Zur Belohnung gibt es die erste Medaille für ihren ersten Wettkampf. Meine Tochter strahlt mit ihr um die Wette. Wir haben es geschafft! Ein super Gefühl!

Danach stärken wir uns noch an der Labe und genießen dabei bereits die Zieleinlauffotos von unseren treuesten Fans. Die Fotos bekommen einen Ehrenplatz …und wir freuen uns schon wieder auf den nächsten gemeinsamen Lauf!