AN TAGEN WIE DIESEN… MÄRZ 2016

„Tick – tack – tick – tack – tick – tack “, der Countdown läuft unaufhörlich…. und ja, die Anspannung ist schon leicht spürbar. Es bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum Start in Linz. Dieser Halbmarathon soll noch ein letzter Formcheck werden. Und ich freue mich darauf. Ich möchte meinen aktuellen Leistungsstand einer Prüfung unterziehen. Ich möchte mir nochmal eine Riesenpackung Selbstvertrauen abholen.

“ Immer versuche ich da und dort etwas Zeit abzuzwicken, um wertvolle Minuten für einen Tempolauf oder Intervall-Einheiten freizuschaufeln.“

Aber wohin ist meine Motivation verschwunden? Kann mir bitte jemand dringend suchen helfen? Die Trainingsstunden der letzten Wochen haben doch ihre Spuren hinterlassen. Die Müdigkeit versucht mir in den letzten Tagen ein Schnippchen zu schlagen. Im Moment fühle ich mich schlapp und ausgelaugt. Es ist mir immer gelungen die Trainingsläufe zwischen Beruf und Alltag mehr oder weniger erfolgreich unterzubringen. Ich konnte meine Laufeinheiten immer irgendwie zwischen Geschirrspüler ausräumen, Wäsche aufhängen und Tochter abholen, dazwischen schieben. Immer versuche ich da und dort etwas Zeit abzuzwicken, um wertvolle Minuten für einen Tempolauf oder Intervall-Einheiten freizuschaufeln.

Dabei habe ich immerzu die neuen Vorgaben des Trainingplans im Kopf und versuche sie so gut wie eben möglich umzusetzen. Die Kilometer summieren sich, die Temposprünge werden größer und die Einheiten immer schneller und härter.

Das kann schon ganz schön an der Substanz zerren. Es wird damit nicht leichter sich aufzuraffen – jeden Tag aufs Neue. Es wäre doch so gemütlich, einfach auf der Couch zu liegen und die Motivation Motivation sein zu lassen. Einfach einmal einen ungeplanten Ruhetag einlegen.

Ja klar, ich habe gelernt auf die Zeichen des Körpers zu hören, ich habe gelernt alle Symptome zu deuten, die an eine Verletzung oder sonstige Unpässlichkeiten ankündigen. Ich habe gelernt aus einer großen Mütze Schlaf wieder neue Kraft zu schöpfen.

„Sechzehn Kilometer lang durchbeissen und nicht nachgeben.“

Doch ich wäre kein Läufer mit Träumen und konkreten Zielen, wenn ich dem inneren Schweinehund eine Chance geben würde und den konstanten Trainingsaufbau vernachlässige. Die Aussicht auf meine fünf persönlichen Höhepunkte in diesem Jahr lassen mich wieder aufstehen, die Schuhe schnüren und tief durchatmen. Dann beginne ich meinen Tempodauerlauf. Sechzehn Kilometer lang durchbeissen und nicht nachgeben. Sechzehn Kilometer lang konzentriert das Tempo halten. Der Gedanke an den Start auf der Voestbrücke in Linz entlockt mir die letzten Reserven. Danach freue ich mich auf den Stadtmarathon in Salzburg und den Ultralauf um den Fuschlsee. Und beim Jedermann-Lauf im Herbst möchte ich so gut wie möglich vorbereitet sein. Das absolute Highlight in Frankfurt soll ein ganz besonderer Lauf werden. Getreu dem Motto:This is your day!“  

Dafür gebe ich nicht nach und trainiere noch weiter.  Kilometer für Kilometer. Woche für Woche. Monat für Monat. Mit oder ohne Motivation.

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