AN TAGEN WIE DIESEN… FEBRUAR 2016

Auf die heutige Laufeinheit habe ich mich schon so richtig gefreut. Ja sicher, der Halbmarathon von gestern steckt mir noch in den Knochen. Deshalb gibt es heute einen lockeren Trainingslauf. Einfach die Beine auslockern und ohne Vorgabe drauf loslaufen. Es ist ein herrlicher Februartag. Die Sonne scheint und die Quecksilbersäule bewegt sich auf die siebzehn Grad Celsius zu. Gefühlt wie im März. In Gedanken lasse ich den gestrigen Lauf noch einmal Revue passieren. Trotz meiner zahlreichen Teilnahmen über die Halbmarathon-Distanz war dieser Lauf doch noch sehr lehrreich für mich. Laufen ist auch eine Kopfsache! Das wurde mir heute wieder bewußt.

„Als es dann soweit war und ich alleine „hart am Wind“ lief, war ich entmutigt und wollte einfach nur „irgendwie durchkommen“. 

Anfangs hatte ich gestern irgendwie nicht den richtigen „Biss“. Es begann schon beim Einlaufen. Im Normalfall lege ich darauf auch großen Wert, jedoch gestern habe ich nur halbherzig aufgewärmt und aufgrund der kalten Windböen einige wichtige Übungen weggelassen. Auch das Anfangstempo war etwas übertrieben. Ich orientierte mich an andere Läufer und lief deren Pace mit, anstatt mich nur auf meinen Lauf zu konzentrieren. In Zukunft werde ich versuchen das zu vermeiden.

In weiterer Folge hatte ich etwas Respekt vor dem Gegenwind bei gewissen Kilometerabschnitten, und dort wollte ich in einer Gruppe laufen. Als es dann soweit war und ich alleine „hart am Wind“ lief, war ich entmutigt und wollte einfach nur „irgendwie durchkommen“. Ich verlor die Konzentration, den Fokus auf die Laufökonomie und schlürfte etwas resignierend dahin.

„Selbstverständlich waren die letzten tausend Meter sehr kräfteraubend und anstrengend, aber der unbedingte Wille war wieder da.“

Erst die überholenden Mitläufer „weckten“ mich auf und ich fand meinen Kampfgeist wieder. Den zusätzlichen Kick gab mir der Blick auf die Uhr, sodass ich nochmals bis ins Ziel immens beschleunigen konnte. Erst als mir klar wurde, dass ich eventuell eine enttäuschende Zeit ins Ziel bringen würde, holte ich nochmal alles aus mir heraus. Selbstverständlich waren die letzten tausend Meter sehr kräfteraubend und anstrengend, aber der unbedingte Wille war wieder da. Und das muss ich beim nächsten Mal auf der gesamten Strecke wieder abrufen können. Das muss ich wieder lernen. Ich muss mich vor dem Rennen wieder mehr konzentrieren. Den Kopf vorbereiten auf die Wellen der Erschöpfung. Auf den Willen nicht nachzugeben, sondern den Lauf gut einzuteilen und fokussiert zu Ende zu laufen. Das hat mich im letzten Jahr ausgezeichnet.

Mittlerweile habe ich die Straße verlassen und ich befinde mich auf einem ebenen Feldweg. Es geht leicht bergab, weiter unten über eine Brücke und auf der anderen Seite wieder hinauf. Ich bin aufgrund der starken Februarsonne etwas zu warm gekleidet, aber der Puls ist verhältnismäßig niedrig und ich empfinde es nicht als lästig oder unbequem. Im Gegenteil es tut richtig gut den Kopf frei zu kriegen und neue Motivation zu schöpfen.

Genau das Richtige an einem sonnigen Februartag, wie diesem.

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