COMEBACK

 

2015/09/27 Berlin Marathon –> cancelled

2015/10/18 Wolfgangseelauf –> cancelled

2015/11/15 Leopoldilauf –> cancelled

2015/11/29 Advendlauf –> cancelled

2015/12/27 Silvesterlauf –> cancelled

Fünf geplante Läufe musste ich im letzten Jahr aufgrund meiner langen Verletzungspause stornieren und absagen. Umso größer ist die Vorfreude beim heutigen Vorbereitungslauf über die Halbmarathondistanz in Wien in der Hauptallee. Nach knapp sechs Monaten kann ich wieder bei einem Wettkampf starten. Aber für mich wird es heute eine Wundertüte. Heute kann alles passieren. Ich konnte in den letzten sechs bis sieben Wochen wieder einigermaßen gut trainieren, aber es wird schwierig werden die 21 Kilometer gleichmäßig gestalten zu können. Ich habe für mich aber folgende Bewertung festgelegt:

  • über 1:30 = eher enttäuschend
  • von 1:28 – 1:30 = kann ich erwarten
  • schneller als 1:28 = wäre super

Also beginne ich mit einer Pace von 4:10. Aber warum sollte es heute anders sein als sonst, den ersten Kilometer laufe ich in 3:54, den zweiten in 3:59. „Laaangsaaamer werden!“ denke ich mir. Und prompt gelingt es mir sehr gut, der Kurs macht eine Rechtsbiegung und schon haben wir den Gegenwind im Gesicht. Aber bei den vielen Startern macht sich der Wind noch kaum bemerkbar und ich pendle mich im geplanten Tempo ein. Die erste Runde gelingt mir ganz gut, ich fühle mich noch fit und könnte jederzeit das Tempo noch verschärfen.

„Die letzte Runde ist absolut die härteste. Kilometer achtzehn und neunzehn laufe ich nun 4:20 und 4:22.“

In der zweiten Runde hat sich das Starterfeld schon deutlich in die Länge gezogen, und ich laufe nun die Kilometer acht bis zehn in einer kleinen Gruppe. Zwei Kilometer später sind wir nur noch zwei Läufer die dasselbe Tempo laufen. Wir laufen nebeneinander und beide hart am Wind. Mein Mitläufer zieht das Tempo kaum merklich an und ich habe nun leichte Schwierigkeiten die Pace zu halten. Und dann geschieht es! Es kommt mir vor, als hätte jemand den Stecker gezogen ich habe keinen Akku mehr. Ich befinde mich nun am Limit. Die Kilometer dreizehn bis sechzehn ist nun der Wind im Rücken und ich kann mich einigermaßen erholen. Ich laufe wieder 4:10, doch es fällt mir schon wesentlich schwerer. Und dann wieder die Rechtsbiegung. Der Wind bläst mir ins Gesicht. Ich setze alles dagegen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, das ich nicht richtig vorwärts komme. Die letzte Runde ist absolut die härteste. Kilometer achtzehn und neunzehn laufe ich nun 4:20 und 4:22. Dann noch zwei Kilometer bis ins Ziel. Es geht wieder leichter. Den Wind im Rücken und das Ziel vor Augen. Ein Blick auf die Uhr. Jetzt geht es um die Entscheidung: wird es ein enttäuschender Lauf oder ein Standardlauf. In guter Form befinde ich mich noch nicht. Das ist spätestens jetzt klar! Sonst hätte ich das Tempo halten können. Genau bei Kilometer zwanzig sehe ich die 1:24:08 auf der Uhr stehen. Jetzt noch 1.100 Meter. Ein Läufer überholt mich und ich hänge mich dran. Muss aber abreißen lassen. Ich gebe nochmals alles. Ich kann mich wieder nähern. Ich werde wieder schneller. Noch gut fünfhundert Meter ins Ziel. Ich überhole den Läufer wieder. Das gibt mir nochmals zusätzliche Energie. Die letzten zweihundert Meter. „Jetzt noch ein Zielsprint, dann hast du es geschafft!“ sage ich zu mir. Und ich kann das Tempo noch immer halten. Die letzten hundert Meter. „Gehtscho Robert!“ höre ich noch vom Streckenrand und dann wenige Augenblicke später laufe ich über die Ziellinie. Endergebnis:  1:28:36.

Fazit: ich bin weder enttäuscht noch bin ich glücklich über mein Ergebnis. Im Grunde habe ich meine Trainingsleistungen auf den Asphalt gebracht. Ohne Gegenwind und mit trockenem Untergrund wäre ich vielleicht die eine oder andere Sekunde schneller gewesen, aber es wartet noch viel Trainingsarbeit auf mich um die „alte Form“ wieder zu erlangen. Rückblickend betrachtet sehe ich es für mich allerdings als gelungenes Comeback an. Es geht wieder aufwärts.

 

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