AN TAGEN WIE DIESEN… JÄNNER 2016

Weit hinten am Horizont erkennt man noch einen winzigen Lichtkegel der Wintersonne. Ein paar Minuten wird es noch dämmern und danach laufe ich wieder in der Finsternis. Ich beginne gerade meinen Rekom-Lauf. Langsam und gemütlich. Ich sortiere meine Gedanken. Ohne Tempovorgabe. Einfach eine halbe Stunde hin und dann wieder eine halbe Stunde retour. Es ist bereits meine zweite Trainingseinheit am heutigen Sonntag.

Das erste Mal in diesem Jahr, dass ich zweimal am Tag trainiere. Gleich in der Früh bin ich schon mal durch die Dunkelheit. Ein sogenannter Nüchternlauf. Damit soll der Fettstoffwechsel besser trainiert werden. Aber diese Art von Belastungsproben bekommen mir nicht gut. Nach acht Kilometer war ich froh, die Laufschuhe wieder abstreifen zu können. Ich brauche zumindest ein paar Bissen im Magen vor meiner ersten Aktivität am Morgen.

„Die vergangenen Monate waren auch sehr lehrreich für mich.“

Rückblickend gesehen, bin ich schon mal froh, dass ich überhaupt wieder strukturiert trainieren kann. Die vergangenen Monate waren auch sehr lehrreich für mich. Ich achte jetzt bei jeder Laufeinheit auf einen ökonomischen Laufstil. So habe ich mir in den vergangenen Trainingsläufen den Mittelfußlauf angeeignet. Es war eher Not als Tugend. Der Grund liegt an der Verletzung am rechten Fuß: wenn ich beim Laufen zu lange an der Ferse auftrete, spüre ich plötzlich wieder leichte Schmerzen. So war es auch gestern, beim langen Lauf. Einige Kilometer habe ich nicht darauf geachtet und danach habe ich wieder einen dumpfen Stich wahrgenommen.

Den Trainingsumfang konnte ich in den letzten Wochen wieder angleichen. Doch fehlt mir noch viel an Tempohärte und Ausdauerfähigkeit. Trotzdem achte ich auch immer wieder auf die Signale meines Körpers. Früher hätte ich auch mit Rückenschmerzen die vorgegebene Laufeinheit nicht gestrichen. Heute kann ich darüber nur schmunzeln. Ich gönne meinen alten Knochen lieber mal einen Tag Pause, um dann bei der nächsten Einheit wieder gut regeneriert trainieren zu können.

Mittlerweile bin ich auch schon bald wieder am Ziel angelangt. Noch knapp zehn Minuten bis zum Ausgangspunkt. Ich laufe jetzt auf sehr unebenen Terrain und leider bin ich auch mal leicht umgeknöchelt. Ich spüre ein leichtes Ziehen an der Innenseite meines linkes Fußes. Es ist zwar kaum zu spüren, aber sicherheitshalber mach ich morgen mal zur Erholung einen Tag frei vom Laufen.

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